Lukasmahl

Foto: Jörg Rosenthal, Lippstadt


Wer wäre hier nicht gern zu Gast?

Beim Lukasmahl des Metzgeramts in Lippstadt

 

In diesem Jahr wurde mir die Ehre und Freude zuteil, zum Lukasmahl des Lippstädter Metzgeramtes gebeten zu sein. Das schöne Metzgeramtshaus im Herzen der Stadt kennt jeder Lippstädter. Weniger bekannt ist, dass es das einzige Zunfthaus in Deutschland ist, das heute noch den Rechtsnachfolgern der Meisterfamilien gehört, die diesem historischen Amt in Lippstadt angehörten.


Seit 1574

1574 gründete sich das Metzgeramt (Zunft der Metzger) und begeht seither alljährlich das Lukasmahl, seit 1661 in diesem Haus. Dazu versammeln sich alle Mitglieder und die Richtleute (Vorsitzenden) im Großen Saal im Obergeschoss. Ich war somit Gast des 449. Mahls und es gab, wie es sich seit 1574 gehört, westfälisches Pfefferpothast. Die Preise für das Rindfleisch, das in den Pothast gehört, werden allerdings heute nicht mehr, so wie einst, von der Zunft festgesetzt.

 

Mit einem Stimmungsbericht aus Berlin durfte ich zu den Tischgesprächen beitragen. Beinah wäre auch dieser Bericht historisch ausgefallen. Das Mahl fand aber eine Woche vor dem historischen Urteil des Bundesverfassungsgerichts über den Nachtragshaushalt statt.

 

Mich hat dieser Abend im großen Saal, von dessen Fenstern die Wappenscheiben der Richtleute und Mitglieder des Metzgeramtes seit dem 17. Jahrhundert auf die Gäste herabblicken, sehr beeindruckt. 


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